Übergang in die Biostasis ohne zellschädigende Eiskristallbildung
Im Gegensatz zum herkömmlichen Einfrieren einer Zelle oder eines Gewebes bietet die Vitrifikation eine Möglichkeit, organische Materie ohne zellschädigende Eiskristallbildung in eine Biostasis zu versetzen. Vitrifikation wird erreicht durch die Anwendung spezieller Kühlschutzmittel und das schockartige Abkühlung des organischen Materials. In der kryonischen Biostasis, bei -170 Grad, ist jede Molekularbewegung zum Stillstand gekommen. Es finden keine biologischen Prozesse mehr statt. In diesem Zustand können Zellen oder Gewebe Jahrhunderte verharren. Entscheidend ist, daß dieser Prozess umkehrbar ist. Aus dieser Biostasis heraus kann die organische Materie wieder zum Leben erweckt werden. Die Ergebnisse stützen sich auf die Überlebensrate sowohl von Eizellen, als auch auf ihre weitere Entwicklung zu Embryonen.
Da bei der Vitrifikation keine Eiskristallbildung auftritt, kann die mechanische Schädigung von Zellen und Hirngewebe ausgeschaltet werden. Diese Eiskristallbildung ist das Hauptargument der Gegner einer aussichtsreichen Biostasis beim Menschen. Das Problem der Vitrifikation komplexer Organe liegt vor allem darin, eine sehr schnelle und gleichmäßige Schockgefrierung zu erreichen. Durch großen Forschungsaufwand findet dieses Verfahren inzwischen auch beim Gehirn des Menschen Anwendung. Damit ist gewährleistet, dass das Gehirn und damit das Bewusstsein des Menschen unverletzt erhalten bleiben. Es ist, durch diesen Fortschritt in der Kryotechnologie, nicht einmal mehr notwendig, auf Forschritte in der Nanotechnologie in der Zukunft (die eintreten werden) zu bauen, da das Gehirn praktisch unversehrt bleibt.
Die Vitrifikation eines Organes ist eine sehr aufwendige und komplexe Forschungsarbeit. Die Vitrifikation des Gehirnes wurde erfolgreich, durch Forschungsaufwand in Millionenhöhe, erforscht und gelöst. Doch für jedes menschliche Organ ist eine eigene Vitrifikationsanalyse notwendig. Durch die Vitrifikation des Gehirns ist es zwar möglich das Bewußtsein des Menschen ungeschädigt in eine Biostatis zu versetzen, doch will man auch den Rest des Körpers optimalerweise ohne zellschädigende Einfrierprozesse in diesen Zustand versetzen. Hierzu ist ein weiterer Forschungsaufwand in Höhe von etwa 10 Millionen Euro notwendig. Es wird dann möglich sein, einen kompletten Menschen in Biostasis zu versetzen, wie dies heutzutage bereits verbreitet bei Zellen, Embryonen oder Hornhautlamellen Anwendung findet.